Für pädagogische Fachkräfte

Impulse & Materialien

HAPPYkratie vertiefen – Ideen für die pädagogische Praxis

Was bleibt nach einem Ausstellungsbesuch? Welche Gedanken beschäftigen die Jugendlichen weiter? Und wie lassen sich die Erfahrungen aus HAPPYkratie im Unterricht, in der Schulsozialarbeit oder in der außerschulischen Bildungsarbeit aufgreifen?

Hier finden Sie Anregungen, Übungen und Materialien, mit denen Sie die Themen der Ausstellung vorbereiten, vertiefen und in den Alltag übertragen können.

Die Angebote sind als Baukasten gedacht. Sie können einzelne Impulse auswählen oder mehrere miteinander verbinden – passend zum Alter, zu den Interessen und zu den Bedürfnissen Ihrer Gruppe.

Die drei Phasen im Überblick

Vor dem Besuch

Neugier wecken

Während des Besuchs

Selbstständig entdecken

Nach dem Besuch

Erfahrungen vertiefen

Vor dem Besuch – Neugier wecken

Eine umfangreiche Vorbereitung ist nicht notwendig. Einige offene Fragen können jedoch helfen, die Aufmerksamkeit auf die Themen der Ausstellung zu lenken.

Dauer: 10–15 Minuten

Die Jugendlichen schreiben spontan drei Begriffe auf, die sie mit Glück verbinden. Anschließend werden die Begriffe gesammelt und gemeinsam betrachtet.

Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Wo unterscheiden sich die Vorstellungen? Kann Glück für unterschiedliche Menschen etwas anderes bedeuten?

Dauer: 10–15 Minuten

Die Jugendlichen überlegen, welche persönlichen Stärken ihnen bei Herausforderungen helfen. In Zweiergruppen können sie sich gegenseitig von einer Situation erzählen, in der sie eine Stärke eingesetzt haben.

Dauer: 15 Minuten

Die Gruppe sammelt Werte, die für ein gutes Zusammenleben wichtig sind, beispielsweise Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Freundschaft oder Verantwortung.

Anschließend wird diskutiert: Können unterschiedliche Werte miteinander in Konflikt geraten? Und wie gehen wir damit um?

Während des Besuchs – Selbstständig entdecken

HAPPYkratie ist so konzipiert, dass die Stationen grundsätzlich ohne pädagogische Anleitung genutzt werden können.

Wir empfehlen, den Jugendlichen Raum für eigene Entscheidungen und Erfahrungen zu lassen. Nicht alle müssen dieselben Stationen in derselben Reihenfolge besuchen.

Eine mögliche Aufgabe für den Ausstellungsbesuch lautet:

Achte auf drei Dinge:

  • Was hat dich überrascht?
  • Was hat dich zum Nachdenken gebracht?
  • Was möchtest du ausprobieren oder verändern?

Diese Fragen können nach dem Besuch wieder aufgegriffen werden.

Nach dem Besuch – Erfahrungen vertiefen

Dauer: 15–20 Minuten

Die Jugendlichen greifen ihre HAPPYkratie-TO-GO-Karte auf oder notieren drei persönliche Erkenntnisse aus der Ausstellung.

In kleinen Gruppen können sie freiwillig einzelne Gedanken teilen.

Gemeinsam wird überlegt, welche Ideen sich im Alltag umsetzen lassen.

Dauer: 20 Minuten

Die Jugendlichen wählen eine persönliche Charakterstärke aus, die sie in der kommenden Woche bewusst einsetzen möchten.

Sie überlegen, in welcher konkreten Situation sie diese Stärke nutzen können und woran sie erkennen würden, dass es gelungen ist.

Bei einem späteren Treffen können sie ihre Erfahrungen reflektieren.

Dauer: 20–30 Minuten

Ausgangspunkt ist die ACR-Station zur Kommunikation.

Die Jugendlichen überlegen, wie sie reagieren, wenn jemand von einem schönen Erlebnis berichtet.

In kleinen Rollenspielen können unterschiedliche Reaktionen ausprobiert und ihre Wirkung besprochen werden.

Anschließend entwickeln die Jugendlichen Beispiele für aktiv-konstruktive Reaktionen.

Dauer: 15–20 Minuten

Die Jugendlichen überlegen, mit welcher kleinen Handlung sie in den nächsten Tagen etwas Positives für andere bewirken können.

Das kann eine Unterstützung, ein Gespräch, eine Einladung oder ein Zeichen der Wertschätzung sein.

Die Erfahrungen können später freiwillig in der Gruppe geteilt werden.

Dauer: 25–30 Minuten

Die Gruppe erhält einen alltagsnahen Konflikt, bei dem zwei nachvollziehbare Werte aufeinandertreffen, etwa Freiheit und Sicherheit oder Gerechtigkeit und individuelle Bedürfnisse.

In Kleingruppen benennen die Jugendlichen zunächst beide Werte und sammeln Argumente aus den jeweiligen Perspektiven. Anschließend wechseln sie bewusst die Perspektive: Was ist den Menschen auf der anderen Seite wichtig?

Zum Schluss entwickeln sie eine Lösung, die beide Anliegen möglichst gut berücksichtigt. Gemeinsam wird reflektiert: Welche Kompromisse sind möglich? Was bedeutet es, andere Werte zu respektieren, ohne die eigenen aufzugeben?

Die Übung bietet einen Einstieg in Perspektivwechsel, demokratische Aushandlung und konstruktiven Umgang mit Meinungsverschiedenheiten. Niemand muss dabei persönliche politische Überzeugungen offenlegen.

Wissenschaftliche Hintergründe und Originalquellen

HAPPYkratie greift Erkenntnisse aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen auf. Für eine vertiefende Auseinandersetzung bereiten wir Hintergrundinformationen und überprüfte wissenschaftliche Quellen auf. Die Primärquellen werden nach redaktioneller Prüfung ergänzt.

Geplante Themen:

  • Positive Psychologie und das PERMA-Modell nach Martin Seligman
  • Charakterstärken nach Christopher Peterson und Martin Seligman
  • Die Bedeutung positiver Emotionen nach Barbara Fredrickson
  • Werte und Wertorientierungen nach Shalom Schwartz
  • Aktiv-konstruktive Kommunikation und Beziehungen
  • Resonanz und gesellschaftliches Zusammenleben

Die konkreten Quellenangaben und Links werden hier nach und nach ergänzt. Bis dahin sind die genannten Themen eine Orientierung, keine vollständige Quellenbibliothek.

Materialien zum Herunterladen

Eine Sammlung druckfertiger Materialien für Unterricht, Schulsozialarbeit und außerschulische Bildungsangebote ist in Vorbereitung. Die oben beschriebenen Praxisimpulse können bereits ohne zusätzliche Downloads eingesetzt werden.

Pädagogischer Hinweis